JIM-Studie zur Mediennutzung von Jugendlichen im Coronajahr 2020

Das Jahr 2020 hat den Alltag von Jugendlichen auf den Kopf gestellt: Die Schulen waren über Wochen und Monate geschlossen, den meisten Hobbys konnte nicht nachgegangen werden und Freund*innen treffen stand außer Frage. Dies hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf die mediale Nutzung der Jugendlichen von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland. Auch der Medieneinsatz der Schule wegen des Fernunterrichts ist in der Studie miteinbezogen. Die repräsentative JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) bildet die wichtigsten Kennzahlen zur Mediennutzung, -besitz, -umgang und Nutzungsdauer ab.

Im Jahr 2020 erfuhren die Jugendlichen einen enormen Schub in der Ausstattung mit Mediengeräten, doch ebenso wuchs die Internetnutzungsdauer, die Fernsehzeit als auch die Nutzungsdauer von digitalen Spielen. Besonders im Bereich der digitalen Spiele zeigt sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern mehr als deutlich: Jungen spielen 159 Minuten fast doppelt so lang wie Mädchen (81 Minuten).
Was die Kommunikation unter Jugendlichen betrifft, bleibt WhatsApp weiterhin der bedeutendste Online-Dienst. Mehr als 90% der Jugendlichen benutzten WhatsApp mehrmals in der Woche, um sich auszutauschen und 87% haben auch eine Gruppe mit der Klasse. Obwohl bei Snapchat, Pinteerst und Twitter Nutzungssteigerungen feststellbar sind, zählt zu den großen Gewinnern Instagram und die Plattform TikTok. Die Nutzung des Videoportals für die Lippensynchronisation von Musikvideos und anderen Clips hat sich um 19 Prozentpunkte erhöht – mit steigender Tendenz.
Die Studienreihe JIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Alle Ausgaben der JIM-Studie sind als PDF auf www.mpfs.de kostenfrei abrufbar.

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